Rahmen Kornmann
Niederhofheimerstr. 7
65812 Bad Soden
Atelier und Galereie Heilig
Brunnenstraße 2b
65812 Bad Soden

Galerie Je Rang Art
Hauptstraße 49
65812 Bad Soden Neuenhain


Galerie Helga K.Schiffler
Altkönigstr. 5
65812 Bad Soden Altenhain
www.Galerie-Schiffler.de


Sodener Kunstwerkstatt
Königsteinerstr. 86
62815 Bad Soden
www.Sodener-Kunstwerkstatt.de


Bericht im Vorfeld zu den ersten "Offenen Sodener Ateliers und Galerien" vom 3.-5.-92010 im Interview des Höchster Kreisblattes mit Helmut W.Schiffler





Die Kulturstadt-Macher

Gute Kunst gibt es nicht nur in Frankfurt

Künstler und Galeristen: Anja Kornmann und Henrik Kornmann-Schnabel mit Helga und Helmut Werner Schiffler (von links). Foto: Nietner


Es ist viel los: gleich zwei Projekte an einem Wochenende. Doch Galerist Helmut Schiffler kritisiert die Stadt und die Lokalpolitiker.

Helmut Schiffler hat Gas gegeben. Vor fünf Jahren hat er mit seiner Frau Helga in Altenhain eine Galerie eröffnet. Klein aber fein. In der Altkönigstraße hat der pensionierte Banker lokalen sowie Künstlern aus der Region eine Plattform gegeben, hat zahlreiche Werke von international bekannten Künstlern, unter ihnen Günter Grass, präsentiert. Ende dieses Jahres wird er die 60. Ausstellung eröffnen. Zwei Sodener Kunstmärkte hat er organisiert, hat auf der Burg Kronberg Künstler vorgestellt, HöchstART war seine Idee und bei der Aktion «Offene Wallauer Höfe» war er beteiligt. Seit 2009 kooperiert Schiffler mit der Stadt Bad Soden und holt regelmäßig renommierte Künstler, wie Elvira Bach, Hans Peter Reuter oder aktuell Gerhard Rießbeck, in die «Stadtgalerie» im ehemaligen Badehaus.


Auch das neue Projekt der ersten «Offene Sodener Ateliers und Galerien», das in in der Zeit vom 3. - 5.9.2010 mit 23 KünstlerInnen an 14 "Kunstattionen" startet, ist seiner Initiative zu verdanken.

Schöne Räume

«Wenn man gute Kunst in der Umgebung sehen will, muss man nicht nach Frankfurt fahren», lautet sein Ziel mit Blick auf die Ausstellungen in der städtischen Galerie im Alten Kurpark. Der 59 Jahre alte gebürtige Kölner, den eine Emil-Nolde-Ausstellung als Zehnjähriger faszinierte, meint, dass die Kurstadt mit ihren historischen Gebäuden, dem von den Brüdern Siesmayer gestalteten Alten Kurpark oder dem Hundertwasserhaus über Pfunde verfügt, mit denen sie als «Kulturstadt» wuchern könnte.


Die «Stadtgalerie» beispielsweise hält er mit für einen der schönsten Ausstellungsräume im Rhein-Main-Gebiet. Doch sie werde in der Stadt kaum wahrgenommen. «Kunst und Kultur haben in der Stadt einen geringen Stellenwert», hat Schiffler in den fünf Jahren seines Galeristenlebens erfahren. Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt in dieser Richtung findet er mangelhaft. Anstatt Jahre über das Thema «Kulturzentrum im Badehaus» zu debattieren, mahnt Schiffler, «sollten wir die Dinge angehen». Auch an die Adresse der lokalen Parteien richtet sich seine Kritik. Bei Kunstausstellungen würden sich die Kommunalpolitiker rar machen, stellt er fest. Und bei der Debatte ums Badehaus gehe es ihnen lediglich um den Standort und dass wieder ein Café hineinkommt. «Eine bessere Bürgerbegegnungsstätte», widerspricht Schiffler, «das ist nicht das, was ich meine».


Um Kunst und Kultur in einer Stadt gedeihen zu lassen, ist Schiffler überzeugt, müssten eine entsprechende «Atmosphäre und Überzeugung» geschaffen werden. Dazu sollten die Verantwortlichen im Rathaus vorangehen. Die Frage nach der Zuständigkeit müsste geklärt werden. Ein Beirat von Profis und Laien könnte sich zusammentun. Über einen Kulturetat müsste nachgedacht und eine Reihe von Fragen beantwortet werden. Wie viele Künstler leben überhaupt in der Stadt? Wie kann man sie wertschätzen, wie in das Stadtleben einbinden? Beispielsweise wie in alten Zeiten wieder einen Kunstförderpreis vergeben. Wie gestaltet sich der Kulturaustausch mit den Partnerstädten? Wie sehen die Besucherzahlen bei den Ausstellungen aus? Kommen die Leute aus dem Ort oder der Umgebung? Alles Fragen, die geklärt werden sollten, fordert Schiffler, um eine Basis für ein Konzept zu schaffen. Außerdem regt er an, dass die kulturfördernden Vereine und Initiativen in der Stadt bereit sind, sich zu vernetzen. So wie ihm am ersten Septemberwochenende jetzt ein «großes Kunstfest in der Stadt» vorgeschwebt habe. Doch der Sodener Kunstkreis wollte dies nicht, sagt Schiffler, und so würden die beiden Kunstprojekte am selben Wochenende getrennt stattfinden.


Von einem «geringen Stellenwert» will Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) nichts wissen. Das sei Helmut Schifflers persönlicher Eindruck, erklärt Altenkamp auf Anfrage des Kreisblattes. «Wir sind im Spannungsfeld. Für uns als Stadtverwaltung ist Kultur ein sehr weiter Begriff.» Außerdem seien Kulturschaffende ein sehr sensibles Völkchen, hat Altenkamp erfahren, das sich nicht vereinnahmen lasse. Und gerade um der Kultur in Soden mehr Gewicht zu verleihen, habe die Verwaltung in den vergangenen Monaten einen eigenen Fachbereich gebildet. Dass mehr in «Kunst und Kultur» investiert werden müsse, «nicht mehr Geld, sondern Engagement», dem stimmt der neue Fachbereichsleiter Hermann Zengeler zu. Eine Menge an guten Ideen stünden im Raum, verrät Zengeler, und bewertet die Anregungen Helmut Schifflers positiv. Es sei geplant, dass man sich im Herbst gemeinsam an einen Tisch setze.kra

Idee und Realisierung: Helmut W. Schiffler, Bad Soden